Deutschlernklassen



„Die Grenzen meiner Sprache

 

sind die Grenzen meiner Welt“

 

Wittgenstein

Seit dem Schuljahr 2013/14 gibt es an der Grundschule Rostrup Deutschlernklassen (auch: Sprachlernklassen) für Kinder mit Migrationshintergrund, die gar keine oder nur geringe Deutschkenntnisse besitzen. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler aus Rostrup und an Kinder aus den Schulen im Kooperationsverbund - bei freien Plätzen auch an andere Grundschüler aus dem Ammerland. Der Transport der Kinder wird durch Busse und Taxen sichergestellt und vom Landkreis Ammerland finanziert.

 

Die Arbeit in einer Deutschlernklasse basiert vor allem auf folgenden Grundlagen:

  • der Erlass "Integration und Förderung von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache" vom 21.07.2005
  • den Rahmenrichtlinien "Deutsch als Zweitsprache" des Niedersächsischen Kultusministeriums in Hannover aus dem Jahr 2002
  • dem Grundsatzerlass: "Die Arbeit in der Grundschule" (Erlass des MK vom 01.08.2012

 

Am Unterricht der Deutschlernklassen nehmen bis zu 16 Schülerinnen und Schüler der Schuljahrgänge 1-5 teil. Der Unterricht läuft über ein bis zwei Jahre. Dies ist abhängig von den Lernfortschritten der einzelnen Schülerinnen und Schüler.

Kinder mit Migrationshintergrund haben es in unserem Bildungssystem sehr schwer. Die Pisa Studie besagt, dass viele Schülerinnen und Schüler aufgrund sprachlicher Probleme keinen oder nur einen niedrigen Schulabschluss erreichen. Hier gilt es den Kindern ein sprachliches Gerüst zu bauen und sie nicht nur auf unsere Alltagssprache, sondern auch auf den Unterricht in Bildungssprache vorzubereiten.

 

Die Deutschlernklasse:

  • vermittelt den Kindern Deutschkenntnisse, die sie benötigen, um dem Unterricht einer ihrem Altern und ihren Lernvoraussetzungen entsprechenden Grundschulklasse zu folgen.
  • entwickelt sprachliche, soziale, methodische und interkulturelle Kompetenzen.
  • unterstützt bei der sicheren Eingliederung in die Regelklasse.
  • soll auch für Eltern ein Ort der Integration werden, z.B. durch ein Elterncafé und Sprachunterricht in der Schule (befindet sich noch im Aufbau)

Wegen der starken Leistungsunterschiede der Sprachlernschüler erfolgt der Unterricht individualisiert und differenziert. Die Bandbreite reicht dabei von der Alphabetisierung bis hin zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen für den Übergang auf die weiterführenden Schulen. Dabei werden gezielt Arbeitstechniken vermittelt (vor allem der Umgang mit dem Wörterbuch), Stolpersteine der Bildungssprache bewusst gemacht, methodische Kompetenzen vermittelt und eigenverantwortliches Lernen gefördert (z.B. durch die Arbeit am Computer). Die Deutschlernklasse wird von einer Klassenlehrerin geleitet, die durch eine Zusatzausbildung für die Arbeit in Sprachlernklassen qualifiziert ist. Sie wird durch eine Grundschullehrerin unterstützt.

Die Kinder sind Schülerinnen und Schüler der Deutschlernklasse und besuchen diese 20 Stunden in der Woche. Jedes Kind ist einer Bezugsklasse zugeordnet, in die es nach dem Besuch der Deutschlernklasse aufgenommen wird. Zu Beginn der Schulzeit hier sind die Kinder überwiegend in der Deutschlernklasse. Mit der Zeit nehmen sie an immer mehr Stunden der Bezugsklasse teil. Eine Leistungsbeurteilung erfolgt in der Regel nicht durch Noten, sondern durch vorgegebene Textbausteine. Nur dann, wenn die Leistungen der Kinder mit den Anforderungen der Regelklasse vergleichbar sind, können Noten gegeben werden. Die Zeugnisse schreibt die Klassenlehrerin der Deutschlernklasse. In den Pausen werden den Kindern Paten aus ihrer Bezugsklasse zugeordnet. Dies fördert die Integration der Schülerinnen und Schüler.

 

Seit 02/2015 haben wir zwei Deutschlernklassen an der Schule eingerichtet. Anprechpartnerin für die Deutschlernklassen ist Frau Uschi Bekaan.